Mittwoch, September 19, 2007

Das Leben geht weiter...

Meine lieben Freunde, Bekannte und Verwandte... alle Blogleser!

hier gibts erstmal nen Link zu meinem Fotoalbum, der leider wegen Umformatierung vom Blog verloren ging... er lautet:
http://picasaweb.google.com/LenisBlog

Ich hab unter anderem Bilder von Potosi draufgestellt und neue aus meinem Alltag (falls man das so nennen kann) in Santa Cruz. Wird aber mit der Zeit erweitert werden.
Heute werde ich euch noch bissle ueber das Folgende berichten...
  • unsere Zeit in Potosi
  • das Leben in der Base, unsere Mitarbeiterschulung und
  • neue Projekte und Herausforderungen fuer die Zukunft

Ja, wie ihr wisst, waren wir ja fuer etwa zwei Wochen in

  • Potosi, die zweite...

Dort sind wir nach einem verlaengerten Wochenende in der Stadt (wo wir mit oertlichen Gemeinden evangelistische Einsatze im Chutillo-Fest gemacht haben) die restlichen Tage nach Charcas Florida gegangen, einem kleinen, sehr abgelegenen 100 Seelen Dorf irgendwo in der potosinischen Pampa. Dort leben zwei brasilianische Missionare, Herbert und Lucia, die dort seit sechs Monaten dabei sind, mit Kindern und im Gemeindeaufbau zu arbeiten.
Wir haben sie dabei unterstuetzt, haben Gottesdienste gehalten, die Dorfbewohner besucht und eingeladen, Kinderstunden gemacht, waren auch in einer Schule und sind so von Dorf zu Dorf (die teilweise 2 1/2 Stunden Fussweg voneinander entfernt sind - Autos oder Busse gibts nicht, es kommt nur in unregelmaessigen Abstaenden etwa zweimal am Tag ein Lastwagen vorbeigefahren).

Das interessante war, dass dort auf dem Land hauptsaechlich Quetchua gesprochen wird, und die aelteren Leute im Gegensatz zu den Kindern, die in der Schule Spanisch lernen, teils nur Quetchua verstehen. Ich hatte ja geglaubt, dass nach einem Jahr Spanisch lernen die Sprachbarriere um mich mit Bolivianern zu verstaendigen ausgeraeumt sei, aber die Erfahrung hat mich eines besseren belehrt. So waren die meisten unserer Gottesdienste zweisprachig (Spanisch-Quetchua), und meinen gewohnten Job als Uebersetzerin haben andere uebernommen. :)

In den drei Doerfern, die wir besucht haben, gibt es vereinzelte Christen, aber als die letzten Missionare vor Jahren die Gegend verlassen haben, gab es keine Gottesdienste oder Versammlungen mehr. Und da sind Herbert und Lucia eben dabei, das wieder aufzubauen, und viel mit den Kindern der Doerfer zu arbeiten, die teilweise sehr vernachlaessigt und verwahrlost sind.

Die zwei sind ein sehr beeindruckendes Ehepaar, haben erst letztes Jahr geheiratet und sind nach drei Monaten Ehe schon nach Bolivien gezogen. Langfristig fuehlen sie sich aber nach Nigerien berufen, und ihre Zeit in Bolivien ist ihre Vorbereitung dafuer. Dabei haben sie sich aber echt nicht die einfachste Aufgabe ausgesucht, da sie zum einen echt in der Pampa ohne jeglichen Komfort in einem recht kleinen Zimmer leben, als Brasilianer ja in Bolivien auf jeden Fall Spanisch lernen muessen, und aber zudem auch noch Quetchua, dort wo sie sind. Ausserdem ist Lucia schwanger mit ihrem ersten Kind, und mittlerweile im achten Monat, ihr Kind soll Anfang Oktober auf die Welt kommen. Und dabei sind die beiden so mit einer Hingabe und Kraft und Liebe fuer die Menschen in diesen Doerfern dabei, ihnen das Evangelium net nur zu predigen, sondern vor allem vorzuleben, was fuer mich als kleine Kurzzeitmissionarin, die im Vergleich zu ihnen echt im Luxus und Komfort lebt, echt ein herausforderndes Vorbild ist.

War also eine sehr gute Zeit, auch um als Mitarbeiterteam uns besser kennenzulernen und aneinander zu gewoehnen. Ich wurde gleich mal zusammen mit Arno ins kalte Wasser geschmissen da wir die Leiterschaft uebertragen bekamen. (Arno war in der DTS auch schon in meinem Team – aber als Schueler :) ) War ne neue Erfahrung fuer mich, hat aus mir meine impulsive, entschiedene Seite vorgelockt, die im letzten Jahr hier kaum zum Vorschein kam, wo ich ja eher darauf bedacht war, Menschen in ihrer Kultur zu beobachten und mich anzupassen.

War schon auch etwas schwierig manchmal aber insgesamt eine tolle Zeit, wo sich meine Befuerchtungen mal wieder nicht bestaetigt habe, aber dafuer umso mehr Gottes Wort, dass Er mein gute Hirte ist, und nicht zulassen wird, dass mir etwas mangelt, der mich 'erquickt', also auch fuers Kraefte-Auftanken und Ruhen sorgt, was mir eine grosse Sorge war, da ich von den vorangegangenen Wochen (eigentlich Monaten) einfach nur sehr erschoepft war. Aber Gott ist treu und kennt mich, weiss, was ich brauch – und darueber hinaus auch, was ich mir wuensche. Und Er sorgt fuer mich und hat in dieser Zeit mal wieder Sein Versprechen erfuellt, das ich auf meinen Kaertle drauf hab - Er kann unendlich viel mehr tun, als ich mir vorstellen oder von Ihm erbitten kann.

War also ne sehr gute Zeit, wo ich neben neuen Erfahrungen und vielen Begegnungen in Einsaetzen und Aktivitaeten viel von den Leuten um mich rum gelernt hab. Taten sprechen lauter als Worte, und ein Leben mehr als eine Predigt. Ein Satz, der in unserem Unterricht vorkam ist, 'Man kann andere aus der Ferne zwar beeindrucken, praegen kann man sie aber nur aus der Naehe.' Gerade im Hinblick auf Herbert und Lucias Arbeit im Vergleich mit unserer, hat mir die Zeit deutlich gemacht, wie gut und aufbauend, erfrischend und ermutigend Kurzzeiteinsaetze zwar sind, aber wie es letzlich darauf ankommt, sein ganzes Leben in einen Ort/ eine Menschengruppe/ ein Ziel zu investieren um wirklich bleibende Frucht zu bringen.
Jo, nun aber zu unserer

  • Mitarbeiterschulung, von der ich ja Details versprochen hab! :)

Wir sind jetzt sechs Mitarbeiter, die an der Schulung teilnehmen – Viviane, Karina, Arno, JoseLuis, Luis und ich (wenn ihr Bilder sehn wollt, folgt dem Link oben) und werden vom Leiterschaftsteam der Base betreut, das aus Natalia (eine sehr lebendige Argentinierin, die ist meine Mentorin), Sonia P. (die aus Ecuador kommt und sonst fuer die Englischschule zustaendig ist), Sonia K. (ausser mir die einzige deutsch-sprachige auf der Base, sie kommt aus ner deutschen Kolonie in Paraguay) und Joel (einem Bolivianer, Leiter der Bibelschule)besteht. Viele, viele Namen...
Um euch mal einen Einblick in unseren Unterricht zu geben, schreib ich euch mal ein paar Themen der letzten Wochen. Unter anderem ging es um...
...Persoenlichkeit – Staerken, Schwaechen, Unterschiede, und wie man damit umgeht
...Die Frage Warum? - die Wichtigkeit fester und aber vor allem gut begruendeter Ueberzeugungen
... Grundwerte und Berufung von JmeM
... vom Glauben
... Biblische Leiterschaft – Die Bedeutung des Einflusses, Vom Ueberwinden persoenlicher Ein-/ Beschraenkungen, Wahre Autoritaet
... Erfolgreiche Teamarbeit
... Gesetzlichkeit und Gnade
... Mentoring und Seelsorge
... das ist so ein Querschnitt von dem, was bisher war. Bin gespannt, was
noch kommt!

  • Das Leben auf der Base...

Neben dem Unterricht findet hier grad eine sehr spannende und mich begeisternde Veraenderung in der Base statt. Ich hatte ja geschrieben vom 'Neuen Wein und den neuen Schlaeuchen', dass hier in der Base gerade eine Zeit der Neuorientierung und Erneuerung dran ist. Und das betifft net nur das 'Geistliche', sondern hat auch auf konkrete, sichtbare, normale Dinge Auswirkungen.
Und so sind wir gerade in unseren verschiedenen Arbeitsbereichen dabei, Dinge auszumisten, Altes auf Vordermann zu bringen, aber auch von Neuem zu schaffen, Plaene zu schmieden und sie auf Papier zu bringen und von laengerfristigen Projekten zu traeumen.
Und das Schoene und erstaunliche ist, dass das angefangen hat in einer Phase finanzieller Knappheit, wo eigentlich alles gegen neue Investitionen sprach, und jetzt aber, obwohl das noch nicht vorbei ist, wir von ganz unerwarteten Spenden- und Unterstuetzungs­angebote ueberrascht wurden.
Jo, und jetzt gilt es, Naegel mit Koepfen zu machen, und Dinge anzupacken, und zu sehen wie wenn wir unser Moegliches tun, Gott dem das Unmoegliche hinzufuegt. :) Kleines JmeM Prinzip: Wir tun unser Moegliches, Gott kuemmert sich um das Unmoegliche. Bin gespannt, was noch auf uns zu kommt. 'Neuer Wein fuer neue Schlaeuche...'

  • Wie geht es weiter...

Soviel also zum Leben auf der Base. Die Idee der Mitarbeiter­schulung besteht unter anderem darin, auf die Theorie die Praxis folgen zu lassen, also nach einer Unterrichtszeit stets einen Einsatz zu machen. Wie ihr ja wisst waren wir in Potosi, und der naechste Einsatz geht - so Gott will und wir leben :) - nach Chile, Pichilemu um genau zu sein.
Dort gibt es auch eine JmeM Base, die im Oktober eine zweiwoechige und scheins sehr gute und besondere Leiterschaftsschulung anbietet, wos um Berufung, Bestimmung und Identitaet in Gott geht. (Die hat auch nen ganz tollen Name... B2BBe the leader God wants you to be) Und da wollen wir hin, weil wir eben das sein wollen. :) Von Anfang Oktober bis Anfang November, und neben der Schulung eben noch so richtigen 'Einsatz' mit oertlichen Gemeinden dort machen. Jo, das ist also – neben der tollen Aufbruch- und Anpackphase fuer neue Dinge auf der Base – unsere Heraus­forderung in der naechsten Zeit.

Genau... und sonst wuerde ich euch gern noch viele kleine aber feine und schoene Details und Stories aus meinem Alltag erzaehlen, aber fuer heute mach ich mal Schluss. Herzlichen Glueckwunsch fuer die, die bis hier durchgehalten haben, danke fuer euer Interesse und eure Anteilnahme an meinem Leben und an dem, was Gott darin tut.

Herzliche Gruesse und bis bald!

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