Dienstag, August 28, 2007

Fortsetzung...

Sodele, hier bin ich schon wieder… mit Neuigkeiten aus meinem Leben.
Bin ja letztes Mal nicht fertig geworden mit den ganzen Dingen,die ich euch mitteilen wollte. Und was noch aussteht ist…
  • der Abschied von Louisa und
  • meine Entscheidung, bei der Mitarbeiterschulung in der Base dabei zu sein.Aber eins nach dem anderen:
Ja, traurig aber wirklich wahr… meine liebste Louisa, YearForGod Teamkollegin, DTS Mitschuelerin, treue Unterstuetzerin und herzallerliebste Freundin ist nach Vollenden unseres gemeinsamen Jahres hier in Bolivien am 16.August zurueck nach England – also nach Hause geflogen. In dem Flugzeug, in dem ich eigentlich auch gesessen waere, haette ich nicht meine Plaene geaendert… Ja, wir haben uns ja erst kurz bevor wir nach Bolivien sind in England bei den Vorbereitungstagen kennengelernt, und rueckblickend bin ich so erstaunt und dankbar dafuer, wie Gott mir gerade sie an die Seite gestellt hat, und fuer die so wertvolle Freundschaft, die waehrend dieser Zeit gewachsen ist.
Zur Zeit bin ich grad dabei, bissle drueber nachzudenken, wie sich so die Kulturunterschiede auswirken, da ich ja jetzt nimmer in der Anpassungs- und Kennenlernphase bin, sondern schon ein paar Schluesse aus den Beobachtungen ziehen kann und das dann auch anwenden sollte, und es wird mir immer bewusster, dass Kultur und Herkunft doch eine sehr grosse Rolle in Beziehungen spielen. Und so schoen und tiefgruendig Freundschaften mit ‘Latinos’ auch sind, so macht es doch einen grossen Unterschied, was Verstaendnis und Anteilnahme angeht, ob ich mit Louisa oder jemand anderem rede. Man kann Situationen halt noch von ner anderen Perspektive ankucken, was oft ungemein hilft und erleichtert. Von daher war unsere Freundschaft in vielerlei Hinsicht sehr wichtig, wertvoll und bereichernd, und wir haben sehr viel voneinander und miteinander gelernt.
Jo, und nun ist sie aber wieder zurueck in England und wird demnaechst anfangen, Theologie zu studieren, in Schottland allerdings. Zwar nicht daheim, aber dafuer nicht ganz so weit weg, wie vorher. War interessant, mit ihr durch die Abschiedszeit durchzugehn, Dinge ausmisten und packen, Abschied nehmen, Geschenke kaufen, Festle feiern, Danke und Tschuess Sagen, und vor allem, Freunde loslassen.
'Alles hat seine Zeit.' Ein sehr ausgelutschter Spruch, aber da ist sehr viel Wahrheit dran. Hab festgestellt, dass ich auch einige Dinge, Gewohnheiten, Einstellungen… loslassen muss, und, obwohl ich ja ‘dableib’, bei mir es net einfach weitergeht, sondern was total Neues anfaengt. Ich bin zurueckgekommen, net einfach dageblieben und fang jetzt einen neuen Abschnitt meines Lebens an.
‘Neuer Wein muss in neue Schlaeuche.’ Das war unser Spruch, beim Kleider und Aehnliches ausmisten. Und wer mich kennt, weiss, dass ich gerne Dinge vereinfache, d.h. wenn Dinge nicht mehr taugen, kommen sie weg. ;) Und bei so viel aeusserlicher Veraenderung bin ich grad dabei herauszufinden, wo bei mir innerlich die ‘alten Schlaeuche’ sind, von denen ich mich verabschieden muss, und welches die 'neuen Schlaeuche', also meine Ziele, Hoffnungen, Erwartungen sind. Ist ganz schoen seltsam. Aber befreiend. Und bin noch lange net fertig damit, das rauszufinden und festzulegen.

Genau, und nun also zu meiner Zukunft, die ich ja eigentlich in der Juengerschaftsschule verbringen wollte...
  • Planaenderung, die Xte, hab das Zaehlen aufgegeben... ;)

Da ja Plan A nicht stattfand hab ich beschlossen (als ich noch nichts vom Plan B der Base wusste), anstatt einfach das naechstbeste Angebot zu waehlen, das man mir anbietet, mir alle Moeglichketien offenzu halten und vor meiner Entscheidung darueber, was ich in diesem Jahr tun werde, alle Moeglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Und so hab ich mir zwischenzeitlich ueberlegt, ob ich bei Operation Restauration - der Strassenkinderarbeit - mitarbeiten werde, bin mit ihnen auf die Strasse gegangen, und war ja auch wegen dem Abschied von Louisa (die ja das letzte halbe Jahr dort mitgearbeitet hat) viel mit den Mitarbeitern von dort in Kontakt, und hab so die Arbeit bissle besser kennengelernt.
War wie beim ersten Mal (falls ihr euch erinenrt, da hab ich letzten September oder Oktober darueber berichtet) sehr eindruecklich, und gleichzeitig ist mir aufgefallen, wie sehr ich mich veraendert hab und wie viel vertrauter die bolivianische Kultur mir seither geworden ist.
Im Waehrenden war ich unter anderem mit Natalia, unserer Base-Leiterin im Gespraech, die mir die neue Ausrichtung und Ziele der Base nahegebracht hat, und eben auch ein Mitarbeiterschulungsprojekt, das bis Dezember gehen soll, und wos eben um Vertiefung und der Lebens- und Glaubensgrundlagen grad im Bezug auf Charakterschulung und Leiterschaft geht. 'Wurzelaustreibungszeit' ;)
Jo, und nach einigem Ueberlegen und Nachdenken eben im Hinblick auf meine Ziele und Absichten dieses zweiten Jahres hier, hab ich entschieden, daran teilzunehmen. War diesmal ne ganz unspektakulaere Entscheidung, bin ich gar nimmer gewohnt ;) In letzter Zeit gingen meinen Entscheidungen immer lange Kaempfe und tiefe Ueberlegungen voraus, von denen ihr hier ja auf meinem Blog einige teilweise nachvollziehen konntet...
Ich will aber trotzdem mehr als bisher mit Operation Restauration im Kontakt sein, und auch wenn ich sie net direkt in der Arbeit untersteutzen werde, moecht ich in tiefere Freundschaften mit den Mitarbeitern dort investieren und so an ihrer Arbeit Anteil nehmen.
Und so bin ich jetzt eben in der Mitarbeiterschulung, die auch schon laengst angefangen hat... ich komm also nicht dazu, mich zu langweilen, es geht alles Schlag auf Schlag ;) Aber es ist zu packen. Zwar nicht aus meiner Kraft, aber das ist ja auch nicht noetig ;)
'Frieden, der den Verstand uebersteigt.'
So siehts aus.
Die Schulung (ueber die ich demnaechst noch Genaueres berichten werde), besteht zum einen aus Unterricht, Mitarbeit in verschiedenen Verantwortungsbereichen der Base (Kueche, Verwaltung, Gastfreundschaft, Fuerbitte, Lobpreis, Evangelisation, Oeffentlichkeitsarbeit, ...) und auch kurze praktische Missionseinsaetze in verschiedenen Orten.

Ja, und nach eineinhalb Wochen Einfuehrung und Unterricht gings also auch schon los...

Letzten Donnerstag sass unser 6-koepfiges Team, plus drei Brasilianer (die ein Gemeindegruendungs- und Sozialarbeitsprojekt auf dem Land von Santa Cruz anfangen werden), auf dem Weg nach Potosí, einer Bergbaustadt im Hochland Boliviens, wo wir dieses Wochenende bei ihrem jaehrlichen Volksfest-Karneval-artigen Feiern Evangelisation und Fuerbitte gemacht haben.
Potosí ist voll die krasse Stadt, sehr oede und grau und es gibt hier, trotz einer sehr reichen Mine sehr viel Armut. Ausserdem ist die Kultur total in Heiligen- und Teufelsanbetung drin, was teilweise echt schlimme Auswirkungen hat.

Ja, aber bevor ich jetzt darueber noch ausfuehrlich berichte, vertroest ich euch auf den naechsten Eintrag, und geh jetzt mal wider zurueck, weil sich mein freier Tag leider schon dem Ende zuneigt.
Es geht mir aber sehr gut, bin sehr herausgefordert und aber gut aufgehoben. Aah, noch drei Minuten im Internet... mach dann mal Schluss, und verbleibe, wie immer mit lieben Gruessen!

Mittwoch, August 22, 2007

Ich bin zurueck!

Wundert euch net, dass es hier anders aussieht, hab dacht, bei so vielen Veraenderungen in meinem Leben, muss sich das auch in meinem Blog aeusserlich wiederspiegeln ;)

Sodele, nach einigen ereignisreichen Wochen freu ich mich, euch wieder einmal an meinem Leben teilhaben lassen zu koennen. Um euch kurz einen Ueberblick zu verschaffen, was bei mir so los war in den vergangenen Wochen...
... ich war zu Besuch in Deutschland ;)
... es gab einige Veraenderungen an der Base
... meine Eltern waren zu Besuch hier in Bolivien
... die Mitarbeiterschulung hier hat angefangen
... ich musste mich von Louisa, der 2. Haelfte meines YearForGod-Teams, verabschieden, die zurueck nach England ging

War also ziemlich viel fuer mich in der kurzen Zeit… Aber eins nach dem anderen, zunaechst mal zu meinem

  • Besuch in Deutschland

Ja, scheint schon wieder so lang her... im Rueckblick kann ich nur staunen darueber, was es fuer ne kurze, vollgeladene, intensive, und einfach unglaublich schoene Zeit war!

Meine Zeit ist immer noch von Planaenderungen gekennzeichnet, und wie ich eigentlich schon laengst kapiert haben muesste, ist Er nicht an Plaene gebunden und hat schon damit angefangen, - wie Er in seinem Wort verspricht, falls ihr euch an mein Kaertle erinnert - mich ueber die meine Vorstellungen oder Erwartungen hinaus zu beschenken und zu ueberraschen, und sein Versprechen zu erfuellen.

Ein dickes DANKE an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Zeit so wunderbar reich, eindruecklich und ermutigend fuer mich war, und die mich mit ihren Worten und Begegnungen total beschenkt und gesegnet haben.

Um mal mit den Besuchen weiter zu machen, meine Eltern waren ja da! Fuer zwei Wochen hier in 'meiner Welt' ;) Wir haben viele meiner Freunde und 'Familie' hier besucht und viele neue Gesichter und Namen gelernt (zumindest meine Eltern) und haben neben den Leuten auch etwas vom Land kennengelernt. Es war ne echt schoene Zeit, wieder vollbeladen mit Eindruecken, Begegnungen und vielen wertvollen Erinnerungen.

Jo, und nun hat schon wieder ein neues Kapitel in meinem Leben angefangen, mein zweites Jahr hier mit Jugend Mit Einer Mission in Bolivien. Und wieder einmal gibt es

  • Planaenderungen, und zwar diesmal welche, die die gesamte Base betreffen...

Ich hab ja mit der Absicht mein Jahr verlaengert, weiterhin bei der Juengerschaftsschule mitzuarbeiten, doch wieder einmal haben sich die Umstaende veraendert - und meine Plaene notgedrungen auch. Gott sei Dank hat Er in mitten der ganzen Veraenderungen nebenbei auch etwas anderes, wesentliches veraendert, und zwar mein Herz, das sich an Ihm allein festhaelt und nicht mehr an Dingen oder Personen. Wenn das nicht so waere wuerd ich jetzt naemlich verzweifeln... ;)

Aber stattdessen seufz ich nur, und frag Ihn, was Er denn nun schon wieder an anderem im Sinn hat - und das ist, wie Er versprochen hat, mehr als ich mir je vorstellen oder von Ihm erbitten koennte. Epheser 3:20-21... und Er erfuellt Seine Versprechen, das hab ich in dieser kurzen Zeit Mal um Mal erlebt.

Aber eines nach dem andren: Zunaechst mal hat mich kurz vor meiner Rueckreise nach Bolivien die Nachricht erreicht, dass in der Base gerade ein ziemlicher Umbruch stattfindet, eine Rueckbesinnung und Neuorientierung. Im Grunde genommen hat das schon im Januar angefangen, als Javier und Uschi (die bisherigen Base- und DTS-Leiter) nach La Paz ausgesandt wurden, um dort eine neue Arbeit aufzubauen, und hier damit ein Leiterschaftswechsel stattfand.

Wie ihr vielleicht noch wisst, gibts hier in Santa Cruz ja Operation Restauration - die Strassenkinderarbeit - und die Schulungsbase, deren Hauptarbeit, neben Missionsprojekten mit oertlichen Gemeinden, aus drei verschiedenen Schulungen besteht:

  1. die Juengerschaftsschule
  2. die Englisch- und Missionsorientierungsschule
  3. und die Bibelschule

nach der letzten Englischschule hat die Leiterin entschieden, anstatt einfach nur aus Gewohnheit das Programm am Laufen zu halten, die Schule fuer dieses Halbjahr auf Eis zu legen, und stattdessen sich zurueckzubesinnen auf den Sinn und Zweck des Ganzen, die Zeit und Moeglichkeit zu haben, in Dinge zu investieren, die sonst im Trubel des Alltags untergehen.

Und in dieser letzten Zeit hat Gott immer mehr den Eindruck bestaetigt, dass es Zeit ist, Altes loszulassen, inne zu halten, und Erneuerung zu suchen. In Johannes 15 ist das mit dem Bild des Weinstocks beschrieben, der von Zeit zu Zeit beschnitten werden muss, um neu auszutreiben, und wieder Frucht zu bringen.

Und in dem Prozess stecken wir gerade, als gemeinschaft, der Winter bereitet ja den Fruehling vor, man sieht aeusserlich nicht viel, aber unter der Erde tut sich viel, Wurzeln bilden sich, bevor wieder neues Wachstum sichtbar wird. Und das Leitungsteam der Base hat entschieden, diesen Weg zu gehen, des Zweige zurueckschneidens, auch wenn er schmerzhaft ist, und unverstaendlich scheint auf den ersten Blick, und demnach wird in diesem Halbjahr keine Juengerschaftsschule hier stattfinden. Ausserdem werden die bisherigen Leiter, Richard und Karina, zusammen mit ihren beiden kleinen Toechtern ebenfalls eine Aus- und Neuorientierungszeit nehmen, wo sie fuer einige Zeit zurueck nach Argentinien gehen werden, bevor sie wieder neue Projekte in Angriff nehmen.

Fuer mich kam das ganze erst wie ein Eimer kaltes Wasser und hat natuerlich mal wieder alle meine Plaene zunichte gemacht. Aber, wie mir Louisa einmal beigebracht hat, ist das ja gar nicht so tragisch, da das Schluesselwort 'meine' war. Gottes Absichten haben sich nicht geaendert und ich kann mich an sein Wort erinnern, dass fuer mich jetzt 'Liebe' und nicht 'Wissen' dran ist, und das gilt immer noch, Juengerschaftsschule hin oder her. Und ein Spruch, den mir eine liebe Freundin mitgegeben hat: 'Gott verspricht eine sichere Landung, aber keine ruhige Reise.' , der bewahrheitet sich gerade sehr.

Und um hier mal biblisch zu werden ;) ... Der Petrus, als der aus dem Boot stieg, war ihm ja schon klar, dass es Wind und der Wellen geben koennte - auch wenn er sie dann vielleicht net so stark erwartet haette. Aber er wusste auch, dass sein Lehrer, sein Meister, den Wind und die Wellen absolut im Griff hatte, und dass Jesus sie nicht vergessen hatte, als er Petrus aufs Wasser rief.

Und so schienen die letzten Wochen fuer mich oefters mal wie ein auf dem Wasser Gehen, un djede unerwartete Veraenderung von Umstaenden und Situationen war so ne neue Wellen, die mich umschmeissen wollte. Hoert sich ganz schoen dramatisch an, gell ;) Langweilig wurde es mir in letzter Zeit echt nicht, aber ich eins um das andere Mal erlebt, wie Gott mich da durch traegt, und net nur des, sondern dass Er mich dabei auch noch ueberreich beschenkt und ueberrascht. Er tut einfach viel mehr, als wir uns je vorstellen oder von Ihm erbitten koennen!

Ja, jetzt bin ihc immer noch gerade erst Mal bei der Vergangenheit... und bin noch gar net dazu gekommen, ueber die Zukunft zu schreiben, aber das heb ich mir jetzt mal fuer den naechsten Eintrag auf... fuer heute ist das etwas viel! ;)

So weit, so gut, das waers dann mal fuer heute, die letzten fuenf Wochen meines Lebens in Kurzfassung zusammengebracht... ;) Aber um's hier nochmal in drei Worten zusammenzufassen, kann ich sagen: Gott ist treu. Und einfach nur unglaublich ;) Aber das sind jetzt schon wieder mehr, von daher hoer ich jetzt auf...

Und verbleibe mit herzlichen Gruessen, bis zum naechsten Mal!